Laos – persönliches zur Reise

Felix 3,5 Jahre alt, Luca 1 Jahr alt

Mit gemischten Gefühlen sind wir nach Laos eingereist. Einerseits sollten die Tempel und Buddhas sowie Land und Leute toll sein, andererseits ist Laos ein Entwicklungsland mit außerhalb der touristischen Zentren kaum vorhandenen Englischkenntnissen, schlechter Infrastruktur und nur zum Teil geteerten Straßen. Die medizinische Versorgung ist nach unseren Maßstäben unzureichend. Im Gegensatz dazu stehen in den für Touristen interessanten Orten relativ hohe Preise mit europäischer Küche, Baguetteständen am Straßenrand sowie französischen Leckereien in westlich orientierten Cafés. Dazwischen finden sich nur für Touristen angelegte Handwerksmärkte und ganze Marktgassen, deren Essensangebot in Buffetform auf den westlichen Gaumen ausgelegt ist (quasi ungewürztes Essen, zum Teil werden die Standardsoßen aus der Flasche angeboten). Wie im Internet im Vorfeld recherchiert werden Pampers in fast jedem Tante Emma laden verkauft.

Laos – Reiseinformationen

Uns hat es in Laos sehr gut gefallen. Interessant ist die Diskrepanz zwischen Stadt und Land. Während in der Stadt viele Einheimische mit Smartphones (auch das iphone5 ist hier schon erhältlich) zu sehen sind und selbst neue Mac’s erhältlich sind, ist auf dem Land die Trinkwasser- und Stromversorgung noch nicht gesichert.

Haus mit Schüssel

Haus mit Schüssel

Die traditionellen Häuser sind zumeist aus Holz und gerade aber nicht nur am Mekong in Pfahlbauweise gebaut. Das tägliche Leben findet meist unter dem Haus im Schatten statt. Hier werden Betten aufgestellt oder Hängematten und Kinderschaukel aufgehängt. Das eigentliche Haus hat nur einen Raum mit Tür, dafür aber eine große Veranda. Je nach Finanzkraft findet man immer häufiger Wellblechdächer und Steinhäuser. Oft ist der Unterbau aus Stein und das eigentliche Haus wieder aus Holz bebaut. Gerade am Fluß leben viele Menschen/Fischer/Kleinbauern in eher behelfsmäßigen Unterständen, die wir eher als Verschläge bezeichnen würden. Selbst diese haben oft eine Satellitenschüssel neben dem Haus stehen.

Die Hauptverkehrsstraßen sind überwiegend geteert, immer mal wieder unterbrochen von staubigen Schotter- oder Erdpisten. Ganze Kuhherden, Ziegen und Hunde sind auf den Straßen unterwegs, so dass man ziemlich aufpassen muß. Trotzdem läßt sich relativ zügig reisen und die Verkehrsanbindung der größeren Städte ist gut.
Gerade auf dem Land bestimmt zudem der Minitraktor das Bild. Dieses Arbeitsgerät ist in allen Variationen verbreitet und wird für jegliche Art der Arbeit eingesetzt.

Bei Malaria als häufigster Erkrankung im Land wie auch Denguefieber, steht der Mückenschutz an erster Stelle der Gesundheitsprophylaxe (neben den Impfungen). Umso erstaunlicher, dass wir vorerst nur in Luang Prabang Moskitonetze auf den Zimmern vorfanden. Im Süden waren ab und zu welche auf den Zimmern zu finden. Dies ist eventuell dem in der Trockenzeit relativ geringem Moskitoaufkommen geschuldet (wir haben nur wenige Moskitos wahrgenommen). Im Süden waren deutlich mehr Moskitos als im Norden zu finden. Warmes Wasser und Handtücher sowie Toilettenpapier sind Standard.

Zum Reisen mit Kindern sei zu sagen, dass dies hier problemlos möglich ist. Pampers, Schnuller, Wickelunterlagen und Feuchttücher sind fast überall mit etwas suchen zu bekommen. Erschwerend kommen hier wie auch bei der Reiseorganisation die fast nicht vorhandenen Englischkenntnisse der Laoten hinzu. Ich kann nicht verstehen, dass selbst die elementarsten Kommunikationsformen nicht beherrscht werden, wo damit doch hier so viel Geld verdienst werden könnte.
Das Essen war aufgrund der verbreiteten französischen Küche problemlos (Baguetten, Pfannkuchen, Crepes, Pizza, Pommes Drittes, Hamburger, Frikadellen, Würstchen, Hühnchen).
Einen Kinderwagen kann man in Laos sehr gut verwenden, sofern man auf der Straße bleibt. Wir würden hier einen kleinen Buggy empfehlen, den man ggf. auch erst in Asien kaufen kann.
Die Temperatur ist im Januar sehr angenehm. Im Norden und im Bergland sollte man für die Nacht und den Morgen warme Kleidung dabeihaben (Heizungen gibt es nicht). Im Süden ist dies nicht nötig. Hier kühlt es auch nachts nur wenig ab.
Reisende Familien haben wir nur wenige gesehen. Wohl gibt es v.a. in Vientiane viele Ausländer mit auch kleinen Kindern, diese leben aber zumeist im Lande. Man trifft sich auf dem Spielplatz (gibt ja nur einen) oder in einem Touristencafe, dass ebenfalls einen Spielplatz integriert hat. Im Süden haben wir bis auf Dick und seine Familie keine hellhäutigen Kinder mehr gesehen. In Luang Prabang haben wir zumindestens Familien mit Kindern im Schulkindalter getroffen. Eigentlich schade, denn wir wie auch unsere Kinder haben die Reise sehr genossen.

Wie auch in Sri Lanka laufen die Menschen hier zum Sonnenschutz mit Regenschirmen durch die Gegend bzw fahren damit Fahrrad oder Motorrad. Wir fühlten uns gleich wieder heimisch.
Etwas befremdlich erschein allerdings, dass gerade im Süden bei 35°C viele Menschen noch eine warme Jacke, Socken und eine Mütze tragen! Den Einheimischen ist tatsächlich kalt, da hier diese Temperaturen dem Winter entsprechen.
Etwas enttäuscht waren wir über den Service der Laoten. Während in Sri Lanka das Gepäck schneller im Zimmer war, als wir das Auto verlassen hatten, rührt hier fast niemand einen Finger. Da schleppen wir uns mit 2 Kindern und unserem gesamten Gepäck ab und müssen oft sogar mehrfach gehen, um alles bewegt zu bekommen. Direkt neben uns steht ein Laote und schaut uns zu, ohne auch nur kurz Anzufassen. Selbst in der Servicewüste Deutschland würde das so nicht passieren!

Angenehm sind die im ganzen Land vorkommenden Mülltonnen. Ein Umdenken hat hier bereits begonnen und man wirft nicht mehr alles auf die Straße. In den großen Städten gibt es sogar eine Müllabfuhr.
Für uns unverständlich sind die weiter Verbreitung der Platiktüten. Selbst eine Wasserflasche mit Tragegriff wird nochmal in eine Plastiktüte verpackt. Wenn wir diese ablehnen, ernten wir ungläubige Blicke.

Internetrouter via Surfstick

Internetrouter via Surfstick

Laos entwickelt sich sehr schnell. Die Informationen selbst des aktuellsten, erhältlichsten Reiseführers waren oft veraltet. Man muß also flexibel in der Organisation sein.
Geldautomaten waren in fast jedem Ort vorhanden, sonst gab es zumindestens eine Bank (in Don Khon waren wir noch nicht). Die Mitnahme von US-Dollars ist nur noch für das VISA notwendig. Auch Euros können überall in Kip umgetauscht werden. Vor allem in der Nähe der Grenzübergänge nach Thailand werden die Preise oft in Baht angegeben. Hauptzahlungsmittel ist der Kip.
Ein Internetzugang war überall erhältlich, wenn auch nicht immer via WLAN.

Laos – unser Fazit

Wir haben uns in Laos sehr wohlgefühlt und die Zeit hier sehr genossen.
Luca ist zum 6-Zahn-Monster mutiert und hat sich vom Krabbler zum Läufer entwickelt. Felix lief mit mehr oder weniger Gejammer längere Strecken selbständig mit Pony im Arm und Rucksack. Meist mußte man ihm nur einen Anreiz bieten (“Geheimweg”, “da kann man balancieren”) oder bergauf klettern (bevorzugt Treppenstufen hinauf). Mit beiden Kindern hatten wir keine Probleme. Beide waren offen den Laoten gegenüber und wehrten sich, wenn sie etwas nicht wollten.

Unser bestes Hotelzimmer war in Vientiane, unser schlechtestes in Champasak. Auf Anhieb wohlgefühlt haben wir uns in Luang Prabang, Vientiane und Pakse. Eingewöhnen mußten wir uns in Ban Khoun Kham und Don Khon. Nicht warmgeworden sind wir mit Vang Vieng, Savannaket und Champasak.

Essenstechnisch fand Uli besonders “laap beef” lecker, eine Art Salat auf Hackfleisch mit Limonensaft und Knoblauch, der mit Reis gegessen wird und häufig gut und scharf gewürzt war. Weiterhin konnten wir entlang des Mekongs immer frischen Fisch bekommen (entweder gekocht mit Limone oder gegrillt in Salzkruste). Nicht fehlend durften die Überbleibsel der Kolonialszeit in Form von französischen Baguettes zum Frühstück. Die gab es mit Chicken, Rüherei, Schmierkäse (mal wieder “La vache qui ri”) oder Lao-Style (mit verschiedenen Fleischsorten, Salat und scharfen Soßen, yamyam). Iris genoß zudem hin und wieder ein frisches Schokocroissant oder ein “Pain au chocolat”, Felix eine heiße Schokolade zum Frühstück.

Beerlao

Beerlao

Zum Essen gab es einen “Iced Cappuccino” oder “Iced Lao Latte” oder auch einen Wassermelonen- oder Limonenshake. Früchteteller waren erhältlich jedoch im Vergleich zu Thailand oder Sri Lanka relativ teuer. Selbstverständlich tranken auch wir das eine oder andere “Beerlao”, das Nationalgetränk der Laoten in der 640ml Flasche.

Für die Kinder waren besonders der große Spielplatz in Vientiane wie auch die Hüpfburg in Pakse ein Highlight. Sie genossen zudem jede Gelegenheit zum Schwimmen, Klettern und Balancieren.

Vielleicht kommen wir in 10 Jahren wieder, um mit dann älteren Kindern die “Gibbon-Experience” und die Motorradtouren zu unternehmen, die wir während dieser Reise nicht auslassen mussten.

Zur Information

  • Die Angaben zur Hotelübernachtung beziehen sich in der Regel auf ein Zimmer mit einem Doppelbett.Moskitonetze waren fast nirgends vorhanden. Handtücher und Toilettenpapier sind Standard.
  • Die Angaben zu den Eintrittspreisen beziehen sich auf eine Erwachsene Person. Falls die Kinder bezahlen müssen, werde ich dies extra angeben
  • Für 1 Euro bekommt man aktuell etwa 10500 Kip
  • Für 1 USD bekommt man aktuell etwa 7940 Kip

Süd-Vietnam – Eindrücke und Fazit

Tja… – Nord- und Zentralvietnam hatten uns im Rahmen der ersten Vietnamreise 2011 sehr gut gefallen. In Süd-Vietnam fühlten wir uns von Anfang an nicht so richtig wohl. Da kann an dem Gegensatz zum sehr ruhigen Laos liegen, wo die Menschen keinen Egoismus kennen und eher familiär leben. Vietnam war vor allem laut, hatte viel Verkehr und die Menschen sind sehr egozentrisch veranlagt. Sofern ich mein Ziel erreiche, ist mir der Rest egal…
Dazu kam der Diebstahl eines Rucksackes mit viel Geld und Wertsachen, was ebenfalls unser Vertrauen in die Vietnamesen allgemein erschütterte (auch wenn das natürlich eine nicht zulässige Verallgemeinerung ist). Dadurch konnten wir auch unsere ursprüngliche Reiseplanung nicht umsetzen, mußten Phu Quoc auslassen und blieben notgedrungen länger in Saigon.
Eine weitere Erschwernis der Reise war das Neujahrsfest. Zum Einen waren die Festlichkeiten und die Vorbereitung sehr interessant, zum Anderen stiegen die Reise- und Hotelpreis massiv an und vor allem das Buchen der Hotels kostete etliche Stunden Zeit vor dem Computer, die wir gerne anders genutzt hätten. Zudem erzeugte es einen unnötigen Stressfaktor.
Positiv muß man jedoch das Personal in den Hotels Madam Cuc in Saigon erwähnen, die uns nach dem Diebstahl sehr freundlich halfen und uns zudem bei Tourbuchung und Reisplanung unterstützten. Ebenso die nette Mrs. Yen in Mui Ne, ohne die wir vermutlich durchgelaufene Flipflops bei der Hotelsuche oder ein leeres Bankkonto gehabt hätten. Weiterhin sehr nett was das Tauchteam in Nha Trang mit meinem Guide Ri, ohne den ich bei den Tauchgänge viel weniger gesehen hätte!
Auffällig war weiterhin, dass Vietnam deutlich verschmutzter ist als Laos. Während in Laos überall Mülleimer zu sehen waren, sind diese in Vietnam eine Seltenheit. Dafür findet man überall in der Natur oder am Strand Haufen von Plastikmüll. Die Vietnamesen sitzen oft mittendrin und scheinen sich daran nicht zu stören. Schwups, landet mal wieder eine Plastiktüte im Meer oder am Strand, da ist halt nichts dabei.

Obwohl Vietnam wohl nicht unser Taumland in Asien werden wird, haben wir erneut viel von Land und Leuten gesehen und viele schöne Dinge gesehen und genossen. Trotzdem werden wir sicher nicht so bald wieder hierher reisen.

Süd-Vietnam – Reiseinformationen

Trotz Malariagefahr haben wir kaum Mücken oder Moskitonetze gesehen und unsere mitgebrachten nicht verwendet. Dies kann allerdings zu einer anderen Jahreszeit ganz anders sein.
Pampers und Feuchttücher sind überall zu bekommen, jedoch nicht in jedem kleinen Supermarkt. Wir mußten oft fragen und größere Supermärkte in Einkaufsstraßen oder die Metro aufsuchen.
Einen täglichen Zimmerservice darf man in den Hotels unserer Preisklasse nicht erwarten. Meist kommt der jedoch auf Anforderung durchaus vorbei. Frühstück ist nicht immer im Preis inbegriffen, bitte vorher erkundigen.
Zum Abholen von Geld haben sich bei uns die Geldautomaten der Techcom-Bank am besten bewährt. Hier können höhere Summen abgeholt werden (wir hoben max. 8 Mio. VND ab). Gebühren werden nicht erhoben. Bei der Citibank können ebenfalls 8 Mio. VND abgehoben werden, jedoch wird hier eine Gebühr von 60000 VND fällig.
Dringend empfohlen seien die Taxis der Mailinh Group (Saigon, Nha Trang, Mui Ne) und von Vinasun (nur Saigon). Sie fahren mit Taximeter und wir wurden hier nicht einmal übers Ohr gehauen. Zu anderen Taxis können wir keine allgemeine Aussage machen. Auch die Fahrt von und zum Flughafen ist damit deutlich billiger als mit anderen Mietautos (sollte in Saigon ca. 180000 VND kosten).
Besonders ans Herz gelegt sei jedem die eigene Sicherheit. Wir wurden in Saigon erstmalig bestohlen. Die Kriminalität für solch einfache Delikte ist hier sehr ausgeprägt. Da werden Frauen die Ketten vom Hals gerissen, Rucksäcke abgeschnitten und Handy’s, Taschen oder Cameras von vorbeifahrenden Motorrädern weggerissen! Vor allem in den größeren Städten und somit in den Touristenorten ist dies ein allgegenwärtiges Problem. Die Täter machen dabei keinen Unterschied zwischen Ausländern und Vietnamesen. Sicherheitshalber sollte man eine Kopie von Paß und Visum sowie biometrische Passfotos dabeihaben, am Besten digital im Internet gespeichert.
In Südvietnam besteht Malariagefahr. Somit sollte konsequente Mückenstichprophylaxe betrieben und nachts ein Moskitonetz verwendet werden. Wir haben während unseres Aufenthalts hier nur wenige Mücken gesehen und fast keine Mückenstiche bekommen. Unsere durchgehend mitgeschleppten Moskitonetze haben wir nicht ein einziges Mal benötigt (Reisezeit war Februar). Das kann an der Reisezeit und auch an den von uns gewählten, eher qualitativ höherwertigen Unterkünften mit Klimaanlage gelegen haben und muß nicht dem Durchschnitt entsprechen. Wir raten hier lieber zur Mitnahme von Moskitonetzen und konsequenter Expositionsprophylaxe. Situationsabhängig kann man sich immer noch für oder gegen die Verwendung der Moskitonetze entscheiden.

Das Reisen mit Kindern ist problemlos möglich. Uns regte vor allem gegen Ende der Reise wieder das zudringliche begrabschen unserer Kinder durch einheimische Menschen auf. Wir sind da mittlerweile nicht mehr sehr tolerant und beschützen eher unsere Kinder, als die asiatische Höflichkeit zu beachten.
Interessant war auch, dass im Nachhinein die Internetverbindungen in Laos besser und öfter verfügbar waren als in Vietnam. Das hätten wir so nicht erwartet.

Zur Information

  • Die Angaben zur Hotelübernachtung beziehen sich in der Regel auf ein Zimmer mit 2 Betten, siehe Fotos. Moskitonetze waren nirgends vorhanden. Handtücher und Toilettenpapier sind Standard.
  • Die Angaben zu den Eintrittspreisen beziehen sich auf eine Erwachsene Person. Falls die Kinder bezahlen müssen, werde ich dies extra angeben
  • Die Pässe werden immer im Hotel abgegeben und dort bis zur Abreise aufbewahrt. Das ist anfangs entwas gewöhnungsbedürftig, hinsichtlich des Aufwandes bei Diebstahl jedoch sehr zu empfehlen. Im Hotel passiert mit den Pässen nichts!
  • Beim Checkout an die Pässe denken!
  • Für 1 Euro bekommt man aktuell etwa 28000 VND
  • Für 1 USD bekommt man aktuell etwa 20700 VND