Ban Khoun Kham

Wolken und die Hauptstraße

Wolken und die Hauptstraße

Die Anreise aus Vientiane war ein typisch asiatische. Der Reisebus war ausgebucht, so daß auch der Mittelgang mittels kleiner Plastikschemel als Sitzgelegenheit genutzt wurde, d.h. es war ziemlich eng. Wir hatten ja 3 Plätze gebucht, was in diesem Zusammenhang nicht gerne gesehen jedoch akzeptiert wurde. Neben Uli saß allerdings noch eine Frau mit einem Mädchen, so dass er nur halb auf den Sitz passte, was mit der Zeit etwas unbequem war. Aber so ist das halt in Asien. Dafür stört sich auch niemand daran, wenn während der Fahrt eine Stinkepampers gewechselt werden muß (und die stank aufgrund einer Gastroenteritis wirklich).
Es wurden nur kurze Pausen gemacht, so dass wir zügig voran kamen. Da beide Kinder den Großteil der Fahrt damit verbrachten, ihr Schlafdefizit aufzuholen, war die Fahrt im Nachhinein entspannt. Es hätte auch anders kommen können.
Als wir nach 7 Stunden in Ban Khoun Kham ankamen, verließen wir den Bus mit gemischten Gefühlen als einzige Touristen. Alle anderen fuhren noch 50km weiter bis direkt an die Höhle. Da dort jedoch nur einige Hotels sind und die Hin- und Rückfahrt jeweils 1 Stunde länger ist, haben wir uns dagegen entschieden und wollten in Ban Khoun Kham übernachten. Im Nachhinein eine richtige Entscheidung.
Busbahnhof Ban Khoun Kham

Busbahnhof Ban Khoun Kham

Iris und die Kinder blieben vorerst am “Busbahnhof”, während Uli nach einem Hotelzimmer suchte und schnell fündig wurde. Der Reiseführer ist hier bei ständig neu eröffneten Hotels nicht mehr aktuell, was in diesem kleinen Ort aber auch nicht schlimm ist. Wir bekamen ein schönes Zimmer und fühlten uns hier nach Überwindung der anfänglichen Skepsis recht wohl.
Ban Khoun Kham ist ein aufstrebender Ort und zum Einen konnten wir hier noch etwas das ursprüngliche Laos erleben, zum Anderen hatte er schon eine minimale touristische Infrastruktur. In einem Restaurant gabe es eine Speisekarte mit englischen Begriffen, in einem anderen wurden dazu Fotos der Gerichte gereicht, so dass man nach optischem Eindruck auswählen konnte. Für Felix waren Fritten verfügbar,
Kinder auf dem Motorrad

Kinder auf dem Motorrad

Sprite gibt es sowieso überall. In einem Supermarkt in Vientiane hatte er eine Art “Milchschnitte” entdeckt, die es fast überall zu kaufen gibt. Verhungern tut er uns also nicht.
Für mich ein Novum waren die auf dem Markt angebotenen Ratten. Eine wurde frisch mit Fell angeboten, andere bereits ausgenommen und getrocknet. Probieren wollte ich die aber dann doch nicht…
Neben der Hauptattraktion der Gegend, der Höhle Tham Kong Lo, gibt es hier einen großen Nationalpark, für dessen Erkundung Ban Khoun Kham der ideale Ausgangspunkt wäre.
Kinder

Kinder

Leider ist die Touristeninformation dauerhaft geschlossen und einen Tourguide konnten wir nicht auftreiben. Tourenangebote hingen in einem Restaurant aus. Wo gebucht werden konnte war leider nicht angegeben. Dies ist eigentlich sehr schade, denn die aus Thakhek angebotenen Touren sind deutlich teuerer und es macht für viele Touristen keinen Sinn, aus dem Norden kommend am Nationalpark vorbeizufahren um dann via Touranbieter einen Teil der Strecke teuer bezahlt zurückzufahren.

Tham Kong Lo

Im Boot

Im Boot

Mit dem Sawngthaew fuhren wir ca. 1 Stunde bis zum Eingang der Höhle, die sich 7km lang durch den Berg zieht. Nach Erledigung der Formalitäten wurden wir zu unserem Langboot gebracht und stiegen im Dämmerlicht ein. Eine Taschenlampe sollte man dabeihaben oder leihweise vor Ort erwerben.
Die Fahrt ging los und bereits nach kurzer Zeit mußten wir aussteigen, um entlang einer riesigen Höhle beleuchtete Gesteinsformationen besichtigen zu können, toll. Da Felix im Licht der Lampen keine Bremsen kannte und jauchzend vor uns herlief, schafften wir die Strecke in Rekordzeit und hatten nur wenig Zeit, die Stimmung zu genießen.
Stalagmiten und Stalaktiten

Stalagmiten und Stalaktiten

Tham Kong Lo

Tham Kong Lo

Die restliche Bootsfahrt war aufgrund der niedrigen Sitze ohne Rückenlehne recht unbequem und führte durch weitgehend hohe und große Tunnel, die Uli aufgrund der Größe an den Musical Dom (das blaue Zelt neben dem Kölner Dom) erinnerten. Beeindruckend.
Interessant war auch das Überwinden der Stromschnellen und Kiesbänke,
Am anderen Ende

Am anderen Ende

wozu wir immer wieder ins Wasser aussteigen mußten. Dabei sind aufgrund der scharfen Steine Schuhe empfehlenswert. Man wird etwa bis zu den Knien nass. Außerdem kann es während der Fahrt schon mal Spritzen bzw. der Po kann bei permanent leckenden Booten feucht werden.
Am anderen Ende der Höhle legten wir nach einer kurzen Fahrt auf dem Fluß an und konnten hier Getränke kaufen und uns die Beine vertreten. Luca und Felix hatten jede Menge Spaß mit den Stöcken und Blättern, die Felix in Akkubohrer und Bohrer umfunktioniert und die Blätter durchlöcherte. Im Anschluß stellte er sich auf eine Baumwurzel der riesigen Bäume und sang zu seinem Spiel auf der “Stockgeige”. Die Rückfahrt zog sich und konnte uns nicht schnell genug gehen. Insgesamt waren wir ca. 2 Stunden unterwegs. Die Zeit ist v.a. abhängig von der Pausendauer.
Flußidylle

Flußidylle


Da der Fahrer unserer Rückfahrtgelegenheit noch ein Fußballspiel anschauen mußte, verschob sich die Rückfahrt um eine Stunde. Dies kam uns sehr gelegen, so dass wir Zeit für einen kleinen Snack (Uli aß eine lokale Nudelsuppe) und ein Bad im Fluß hatten (Uli und Felix).
Am Ausgang

Am Ausgang

Während der Mahlzeit konnte Uli Kontakt mit einigen Laoten herstellen und probierte deren Art der Beilage: “eine grüne Chili wird in scharfe Chilipaste getunkt und dann zur Suppe gegessen”. Er hat beides nur vorsichtig einzeln probiert und hat bei brennendem Mund von weiteren Kostproben Abstand genommen und lieber die Nudelsuppe genossen. Trotzdem war es eine interessante Erfahrung.

Weiterfahrt

Im Sawngtaew

Im Sawngtaew

Einen Bus zur Weiterfahrt konnten wir nicht organisieren. Zwar halten viele Busse in Ban Khoun Kham, dass dort jedoch für 2 Erwachsene, 2 Kinder und unser Gepäck noch Platz ist, wäre fraglich. Somit wurde uns diese Option nicht angeraten, angeblich gäbe es gar keinen Bus nach Thakhet. Unser Hotelbesitzer wollte uns jedoch den Bus nach Thakhek anhalten. Wir entschieden uns jedoch für die Fahrt mit dem Sawngthaew bis nach Thakhek, was im Nachhinein die richtige Entscheidung war. Gerade durch die Berge sind die kleinen Fahrzeuge deutlich schneller unterwegs als die großen Busse, so dass wir pünktlich nach 3 Stunden Thakhek erreichten. Dort mußten wir ca. 75min. auf unseren Anschlußbus nach Savannakhet warten.
Karstlandschaft um Ban Khoun Kham

Karstlandschaft um Ban Khoun Kham

Nachdem wir zuerst in den falschen Bus eingestiegen waren bemerkten wir den Irrtum zum Glück noch vor der Abfahrt und konnten das Fahrzeug wieder verlassen. Der “Localbus” war sehr voll und Felix mittlerweile extrem müde uns quengelig. Zum Glück wurden “unsere” 4 Plätze bei nur 3 bezahlten nicht angetastet und beide Kinder und auch wir konnten entspannt etwas Schlafen. Nach ca. 2,5 Stunden erreichten wir unseren Zielort Savannakhet.

Reiseinfos

Zimmer Ban Khoun Kham

Zimmer Ban Khoun Kham

  • Hotel:
  • Loso Guesthouse, 0202241685, khv_st@yahoo.com, 80000 Kip (geht wohl auch billiger)
  • AC, TV, Kühlschrank, warmes Wasser, kein Moskitonetz, nette Familie
  • Transport:
  • Sawngthaew Busbahnhof – Tham Kong Lo 25000 Kip
  • Eintritt:
  • Tham Kong Lo 2000 Kip
  • Transfer:
  • Sawngthaew Ban Khoun Kham – Thakhek 50000 Kip
  • Local Bus Thakhek – Savannakhet 30000 Kip
  • Sonstiges:
  • Bootstour durch Tham Kong Lo 100000 Kip + 5000 Kip/Person, Schwimmwesten inklusive