Bürgerkrieg in Bangkok

Zurück in Bangkok kam es dann noch zu einem etwas unheimlichen Erlebnis. Für die letzten Tage hatten Felix und ich uns in einem “Luxushotel” am Chao Phraya eingemietet. Bei der Ankunft schien noch alles normal zu sein. Am Nachmittag plantschten wir im hoteleigenen Pool, als ich Gesprächsfetzen anderer Touristen über Unruhezustände in Bangkok auffing. Auf einer nahen Brücke konnte ich Militärfahrzeuge und Menschenmassen mit roten Fahnen, die sog. Rothemden ausmachen. Auf dem Fluß Militärboote und am Himmel Helikopter. Schüsse waren zu hören.

Bei unklarer Lage informierte ich mich zuerst bei den anderen Touristen, später im Hotel und im Internet über die Lage. Die komplette Khao San Road war gesperrt, an einigen Punkten sah man Menschenmassen und ausgebrannte Militärfahrzeuge. Felix und ich waren dementsprechend vorsichtig und hielten uns fast nur im Hotel auf. Das Zentrum der Demonstration der Rothemden, die vom Militär niedergeschlagen wurde, lag jedoch v.a. im Wirtschaftszentrum Bangkoks. Die Touristengegend war zum Glück fast nicht betroffen.

 Neujahrsfest Songkran

Thailands berühmtester Feiertag ist das Neujahrsfest Songkran. Dieses findet im April zu Beginn des neuen Mondjahres statt. Es ist Brauch, sich dabei mit Wasser zu bespritzen. In den Touristengebieten artet dies mittlerweile in regelrechten Wasserschlachten aus. Einige Thais reisen extra an, um die Touristen zu bespritzen. Überall kann man größere und kleiner Wasserpistolen kaufen und alle haben einen Heidenspaß. Außerdem nutzen viele Thais die Gelegenheit, das Fest bei ihrer Familie zu verbringen. Es war schon seltsam, über eine Khao San Road zu bummeln, auf der nur noch wenige Geschäfte auf hatten und die ohne die ganzen Verkaufsstände plötzlich eine richtig breite Strasse ist. In diesem Jahr kamen zusätzlich noch die Unruhen hinzu, die die Stimmung dämpften.

Felix war mein Schutzschild beim Bummeln über die Khao San Road, da die meisten Touristen und Thailänder im Hinblick auf Felix sehr rücksichtsvoll waren. Er wurde nur freundlich mit einigen Tropfen Wasser gesprenkelt. Manche Touristen waren im Gegenzug komplett geduscht worden.

Ich hatte extra für Felix und mich alte Klamotten rausgesucht, die auch komplett am Flughafen entsort werden konnten. Meine Sorge war, wie komme ich mit dem Gepäck trocken zum Flughafen bzw. komme ich bei den Unruhen überhaupt hin! 20 Stunden Rückreise mit einem Baby in nasser Kleidung war nicht akzeptabel. Aufgrund der nicht planbaren Fahrzeit zum Flughafen bestellte ich das Taxi relativ früh aber alles ging gut.

Lediglich der stundenlange Aufenthalt am Flughafen in Dubai war für mich sehr anstrengend. Demnächst nur noch Direktflüge!