Myanmar – Gedanken zur Reise

Nachdem wir bisher aufgrund der doch noch kleinen Kinder und der politisch zum Teil unruhigen Situation, wie auch den erschwerten Reisebedingungen von einer Reise nach Myanmar Abstand genommen hatten, schien sich das Land jetzt geradezu aufzudrängen. Zum Einen wollten wir bei unbedingt nach Myanmar, bevor der Tourismus das ursprüngliche Land überflutet, zum Anderen war die Regenzeit natürlich ideal geeignet, wenig Touristen und entspanntere Menschen anzutreffen. Also fackelten wir nicht lange und nachdem Uli’s altes Motorrad verkauft worden war, konnten wir den Flug buchen!

Wir reisten mit eigenem Auto und Fahrer, was Vor- und Nachteile hatte. Wir waren zu jeder Zeit mobil und flexibel und hatten einen englischsprachigen Einheimischen bei uns, der für uns dolmetschen konnte und die lokalen Gegebenheiten kannte. Wir hatten zum Teil sehr schöne Hotels, die wir, da sie außerhalb des Zentrum gelegen waren, sonst nie gefunden bzw. ausgewählt hätten. Die Zimmer waren daher zum Teil komfortabel, mal eben in die City bummeln war jedoch nicht immer möglich. Aufgrund des eigenen Wagens konnten wir jederzeit für einen Fotostop oder eine Pause anhalten und mußten auch unser Gepäck nicht weit tragen und konnten z.B. für die komplette Reisedauer Pampers und Feuchttücher mitnehmen. Weiterhin fuhren wir über Straßen und Wege abseits der normalen Touristenrouten, was uns tolle Erlebnisse ermöglichte. Zumindestens in Myanmar und beim Reisen mit Kindern ist ein eigenes Auto mit Fahrer eine riesige Erleichterung.

Hinweisschild nach Nyaung Shwe

Hinweisschild nach Nyaung Shwe

Nebenbei bemerkt wäre eine Reise mit eigenem Auto ohne Fahrer gar nicht möglich gewesen, da in Myanmar nur der einheimische Führerschein anerkannt wird. Weiterhin ist ein zurechtfinden ohne Sprach- und Schriftkenntnisse quasi nicht möglich, da oft keine Schilder vorhanden sind und diese nur selten in lateinischer Schrift geschrieben sind.

Vor Ort

Elektrizität gibt es in den größeren Orten überall. Ebenso normal sind jedoch die täglich besonders in den Abendstunden auftretenden, mehrfachen Stromausfälle. Diese dauern meistens nur wenige Minuten lang an, können jedoch auch mal länger dauern. In manchen Hotels/Restaurant übernehmen dann Dieselgeneratoren vorübergehend die Grundstromversorgung, Klimaanlagen und Steckdosen funktionieren damit jedoch nicht. Kerzen sind fast überall verfügbar, eine Taschenlampe dabei zu haben kann jedoch nichts schaden.

WLAN ist mittlerweile weit verbreitet und oft in den Hotel umsonst verfügbar, die Qualität der Verbindung ist jedoch sehr unterschiedlich. Manchmal konnten wir nicht einmal unsere Emails checken, an anderen Orten funktionierte auch der Upload von vielen Bildern für unseren Blog problemlos. Man sollte also zumindestens außerhalb der größeren Touristenzentren nicht auf eine Internetverbindung angewiesen sein.

Besonders an Myanmar ist zum einen die Kleidung. Die meisten Männer laufen mit einem Wickelrock (Longhy) herum, der rechts vorne verknotet wird. Dazu wird meist ein Hemd getragen. Je jünger die Männer sind bzw. je städtischer die Umgebung ist, desto eher werden Hosen und T-Shirts getragen, zum Teil auch in der Kombination Wickelrock – T-Shirt.
Die Frauen laufen meistens mit Rock und Bluse herum. T-Shirts und Hosen haben wir hier fast gar nicht gesehen.
An den Füßen werden wie überall in Südostasien eigentlich nur FlipFlops getragen, oder es wird barfuß gelaufen.
Die Bergvölker tragen traditionell ihre Stammeskleidung, die sich meistens durch farbenfrohe Tücher auszeichnet.

Eine weitere Besonderheit ist die Gesichtsbemalung der Frauen. Diese ist so nur in Myanmar zu finden und schützt die Haut vor Sonnenstrahlung und Mücken. Weiterhin soll das sogenannte Thanaka, eine Paste aus dem zerriebenen Holz des Zitrusbaumes, dazu führen, das Hautverunreinigungen und Pickel im Gesicht der Burmesinnen kein Thema sind.

Pampers in Loikaw

Pampers in Loikaw

Pampers das Original wie auch Mamy Poko Produkte sahen wir auf unserer Reise in diversen Läden. Details können wir hierzu jedoch nicht sagen, da wir für unseren nur 4 Wochen andauernden Aufenthalt ausreichend Pampers und Feuchttücher mitgenommen hatten.

Polizei- bzw. Militärkontrollen gibt es seit der Demokratisierung 2010 fast gar nicht mehr. Es sind auch nur noch wenige Sondergenehmigungen notwendig. Wir brauchten für unsere Rundreise keine Einzige. Unser Fahrer OT berichtete jedoch, dass in fast jedem Ort Militärpolizisten in Zivil stehen und die Leute beobachten. Er wurde regelmäßig nach Name, Führerschein, Herkunftsort, Fahrtziel und den beförderten Touristen befragt und mußte darüber Auskunft geben. Dies würde alles protokolliert.
Wir können uns also vollkommen sicher fühlen. Falls wir verloren gehen in Myanmar, weiss die Regierung mit Sicherheit sofort, wo wir uns befinden.
Was es jedoch häufig gibt sind Mautstellen. Die eingenommenen Beträge werde zum Straßenbau verwendet. Jeden Tag sahen wir diverse Baustellen zur Ausbesserung bzw. zum Neuanlegen von Straßenabschnitten.

Pagoden und Schulen

Auffällig sind die überall vorhandenen Pagoden. In jedem kleinen Dorf steht eine vergoldete Stupa. Dies prägt eindeutig die Landschaft. Auch auf diversen Bergen und Hügeln sind goldene Stupas zu sehen. Wie diese erbaut worden sind, war uns oft schleierhaft. Bei einem Rundblick von einem erhöhten Standpunkt aus kann man das Ausmaß der Tempel erst richtig erfassen.
Weiterhin gibt es selbst in den kleinsten Bergdörfern zumindestens eine Grundschule, so dass Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben weit verbreitet sind. Trotzdem sieht man gerade in abgelegenen Gegenden auch zur normalen Schulzeit immer wieder schulpflichtige Kinder. Dies paßt zu den Angaben im Reiseführer, dass es einen hohen Anteil Schulabbrecher gibt und die Analphabetenrate vor allem im ländlichen Bereich immer noch sehr hoch ist. Gute Englischkenntnisse waren während unserer Reise nur selten anzutreffen.

Fahrzeiten

Wieviele Kilometer zwischen zwei Orten liegen, spielt für uns eigentlich keine große Rolle. Es war nur wichtig zu wissen, wie lange in etwa die einzuplanende Fahrzeit ist. Daher hier zur Orientierung eine Auflistung der Fahrzeiten:

  • Flughafen – Bago: 1,5 Std.
  • Bago – Kin Pun Camp/Golden Rock: 2,5-3 Std.
  • Kin Pun Camp – Taung Ngu: 4,5 Std.
  • Taung Ngu – Loikaw: 7,5 Std.
  • Loikaw – Inle (Nyaungshwe): 4,5 Std.
  • Inle (Nyaungshwe) – Pindaya Cave: 1,5 Std.
  • Pindaya Cave – Kalaw: 1,5 Std.
  • Kalaw – Mandalay: 4,5 Std.
  • Mandalay – Monywa: ca. 3,5 Std. (geschätzt, wir haben unterwegs diverse Tempel besucht)
  • Monywa – Bagan: 4,5 Std.
  • Bagan – Pyay: 6,5 Std. (ca. 350km)
  • Pyay – Ngwe Saung: 6,5 Std. (ca. 350km)
  • Ngwe Saung – Yangon: 5 Std. (plus 1 Stunde in Yangon im Stau)

Betelnüsse

Betel Verkaufsstand

Betel Verkaufsstand

Das Kauen der Betelnuss ist in Myanmar unter Männern weit verbreitet. Überall sieht man die Verkaufsstände und die roten Flecken des ausgespuckten Saftes auf dem Boden. Die Sucht führt zu einer roten Verfärbung von Zähnen und Zahnfleisch, woran man die Benutzung der Droge deutlich erkennen kann. Fast jeder männliche Burmese ist ihr verfallen. Ein weiteres Charakeristikum von Myanmar.

Sprache

Hier einige Ausdrücke, wie ich sie mir gute merken konnte. Die Schreibweise soll angeben, wie die Worte ausgesprochen werden:

  • Mingalarba – Hallo
  • Belau lä – Wie teuer?
  • Bei sSa tsche mä – Ich möchte gerne bezahlen.
  • Setjide – teuer
  • Sejtschoba – Rabatt!
  • Aluh Tschaun djo – Fritten
  • Palähn – Wasser
  • Timu – Reis
  • Ti – 1
  • Ne – 2
  • Tow – 3
  • Leh – 4
  • Na – 5
  • Tschau – 6
  • Kong – 7
  • Che – 8
  • Oh – 9
  • Taßä – 10
  • -Szäh – -zig
  • Leh Shäh – 40
  • -Ja – (100)
  • Te Ja – 100
  • Leh Ja – 400
  • -Dau – (1000)
  • Leh Dau – 4000

Air China

Air China bietet günstige Flüge nach Myanmar an, die allerdings oft mit langen Flugzeiten verbunden sind, da die Anreise über Peking erfolgt. Dort hat man zudem oft lange Umsteigezeiten.
Wir hatten bereits vorher im Internet diverse schlechte Berichte über die chinesische Airline gelesen und trafen in unserem Flughafenhotel zwei deutsche Frauen, die diese Informationen persönlich bestätigten. Ihr Flugzeug sei auf dem Hinflug in desolatem Zustand und zudem sehr unsauber mit Essenresten auf den Sitzen gewesen, und zwar schlimmer als die Busse in Myanmar! Zudem wurde ihr Rückflug einfach ohne Information oder Alternative storniert, so dass sie vorerst in Yangon festhingen. Nach langen Verhandlungen am Flughafen, die sich wegen nicht Vorhandensein einer Vertretung der Airline am Flughafen in Yangon noch zusätzlich verkomplizierten, konnten sie einen Rückflug mit zweifach Umsteigen organisieren. Ob dies allerdings klappen würde, konnte ihnen 3 Stunden vor dem Abflug noch niemand sagen (wegen ggf. notwendiger Visa etc.).

Unser Fazit: Finger weg von Air China! Wenn wir uns das ganze Drama mit unseren Kindern vorstellen, dann sind wir froh, dass wir nicht die allerbilligsten Airlines buchen müssen!

Zur Information

  • Die Angaben zur Hotelübernachtung beziehen sich in der Regel auf ein Familienzimmer mit einem meist 3 Betten. Moskitonetze waren selten vorhanden und bei hohen Decken leider auch schwierig anzubringen. Benötigt hätten wir sie nicht nur in Monywa und Mandalay, sondern auch am Strand. Frühstück, Handtücher und Toilettenpapier sind Standard, WLAN, Kühlschrank und TV meistens ebenso.
  • Die Angaben zu den Eintrittspreisen beziehen sich auf eine Erwachsene Person. Falls die Kinder bezahlen müssen, werde ich dies extra angeben.
  • Alle Hotelübernachtungen müssen zwingend in USD bezahlt werden!Es werden nur neue und unbeschädigte Scheine akzeptiert! Einzige Ausnahme war Loikaw, wo wir in Kyat bezahlen mußten.
  • Eintritte werden zum Teil in USD, zum Teil in Kyatt bezahlt, anders als im Reiseführer angegeben werden nicht immer USD verlangt!
  • Unsere europäische Handy’s sind in Myanmar nicht unbedingt funktionsfähig!Uli konnte sich in kein Netz einloggen.
  • Organisation des Autos:
  • ye’ Min Htun – htun1997@gmail.com (spricht/schreibt in englisch)
  • ye’ Min Htun – Tel. in Myanmar: 0095 (0)9 50 30 256
  • U Ohn Thein (O.T.), unser Fahrer – ohnmoesan1959@gmail.com, 0095 (0)9 50 73 653
  • Auto mit Fahrer für 28 Tage inkl. unserer gewünschten Route – 2500 USD
  • Sonstiges:
  • Zeitumstellung Deutschland Sommerzeit – Myanmar: 4,5 Stunden vor
  • Kurs am Flughafen (25.05.2014): 1 € = 1310 Kyat
  • Eine Flasche Wasser 1l – ca. 300 -500 Kyat
  • Gebratener Reis mit Gemüse im Restaurant – ca. 2500 Kyat
  • Abendessen für 4 Personen inkl. Getränken – zwischen 6700 und 27000 Kyat