Mandalay

Shwenandaw Kloster

Shwenandaw Kloster

Wir sind nun in der “Dry-Zone” angekommen und bemerken deutlich die erdrückende Hitze. Zum Glück weht ein leichter Wind, was das ganze erträglich macht.
Nachdem wir ein Willkommensgetränkt serviert bekommen haben, beziehen wir unser Zimmer und genießen ausgiebig den Pool. Wieder einmal fragen wir uns, ob es für Pools eine Kühlanlage gibt, da das Wasser deutlich wärmer ist als die “kalte” Dusche und keine wirkliche Abkühlung darstellt. Was solls, die Kinder haben Spaß!
Das noch recht neue Hotel ist wohl ein Schnäppchen in Mandalay und liegt etwas außerhalb des Zentrums in einem Wohngebiet.
Gebetshalle im Kloster

Gebetshalle im Kloster

Wir sind die einzigen Gäste hier und bald stellt sich das Problem, wo wir Abendessen bekommen. Einen richtigen Taxiservice gibt es hier nicht. Man bekommt Motorradtaxis und Fahrradtaxis sowie vereinzelt Autos zu mieten, die Preise lohnen die Fahrt ins Zentrum jedoch eigentlich nicht. Öffentliche Busse gibt es wohl, waren für uns am Abend jedoch keine Alternative.
Im Hotelrestautant sind die Preis in USD angegeben und wir konnten nichts Adäquates für die Kinder finden, so dass wir einem Tip der Einheimischen folgend in ein Restaurant in der Nähe gingen, eine gute Idee. Trotz der vielen Touristen in Mandalay sehen wir hier in der Gegend keinen einzigen und es spricht auch im Restaurant kaum jemand Englisch, sehr angenehm. Dafür kann Uli leckere Sachen zum Grillen aus der Auslage auswählen und das Essen ist sehr lecker, ebenso das “Myanmar Bier” vom Faß. Bei der Hitze sehr zu empfehlen! :)
Maha Lawka Marazein Pagode

Maha Lawka Marazein Pagode

Da auch hier für die Kinder kein westliches Gericht zur Verfügung steht, stopfen sich beide (auch Felix!) mit Reis voll und haben somit ebenfalls ausreichend gegessen und wir haben die Hoffnung, dass Felix nun vielleicht öfter Reis essen wird, was uns die Restaurantauswahl deutlich erleichtern würde. Für die komplette Mahlzeit inklusiv Softdrinks und Bier bezahlten wir gerade einmal 7600 Kyatt, also in etwa soviel wie für ein einzelnes Gericht im Hotelrestaurant.

Am nächsten Morgen mußten wir aufgrund einer notwendigen Reparatur am Auto unseren Tagesplan umstellen, so dass wir den ganzen Vormittag in und am Pool verbringen konnten.

Sightseeing in Mandalay

Nach der Mittagspause wurden wir zur Stadtbesichtigung abgeholt. Zunächst fuhren wir zu einem tollen alten Gebäude, dem Shwenandaw-Kloster. Es ist ein imposanter alter Holzbau, der erstmalig 1782 errichtet wurde und das letzte Überbleibsel des alten Königspalastes ist. Aufgrund von 2 Umzügen in seine jetzige Position wurde er vom großen Feuer 1945 verschont und konnte uns nun mit seinen alten Holzpfählen und Schnitzereien in seinen Bann ziehen. Anschließend besichtigten wir einen Nachbau des Atumashi-Klosters, der leider nur eine Rekonstruktion in Betonbauweise des ehemals prachtvollen Gebäudes ist.

Weltgrößtes Buch

Weltgrößtes Buch

Schrifttafel

Schrifttafel

Beeindruckend war im Anschluß die Kuthodaw-Pagode, dem “größten Buch der Welt”. In 729 Marmortafeln wurde der gesamte Palikanon verewigt. 200 Kunsthandwerker benötigten dafür sieben Jahre, sechs Monate und 22 Tage. Ursprünglich war die Text vergoldet und die Steine von Metallschirmen überdacht. Mittlerweile ist der Text schwarz gefärbt und jede Steintafel ist von einer Pagode umgeben. Ein beeindruckender Anblick. Wer jeden Tag 8 Stunden liest (und Pali lesen kann), würde zum Durchlesen des gesamten Buches ca. 450 Tage benötigen.
Während eines heftigen Monsungewitters bewältigten wir im Anschluß die gut 900 Stufen auf den Mandalay Hill. Die Souvenirstände wurden abgebaut und die Einheimischen, die in ihren Ständen leben, bereiteten sich auf den Abend vor. Überall duschten und wuschen sich die Menschen im Regen und sammelten das Wasser, kochten zu Abend oder wuschen ab. In einem Raum schlafen mehrere Personen, in der Ecke steht ein alter Fernseher, man sitzt auf Bambusmatten, unterhält sich, oder auf Tablett oder Smartphone werden Filme geschaut. Eine schöner Einblick ins Alltagsleben.
Das Wetter hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass es nicht mehr so heiß war und nur wenige Touristen den Weg auf den Gipfel fanden, so dass unsere Kinder nach Herzenslust im Wasser plantschen konnten, was sie auch ausgiebig taten.
Oben angekommen konnten wir nach Ende des Unwetters eine tolle Aussicht bei klarer Lust genießen. Durch die Bewölkung und weitere Regenwolken war an einen schönen Sonnenuntergang jedoch nicht zu denken, so dass wir auf den glitschigen Fliesen den Abstieg begannen. Anschließend gab es zur Belohnung Pizza zum Abendessen.

Buddha waschen, Amarapura und Inwa

Buddha waschen

Buddha waschen

Um 3.20h mogens war für Uli die Nacht vorbei, da er schon um 3.30h von unserem Fahrer abgeholt wurde. Ziel war die Mahamuni-Pagode, wo am frühen Morgen der Abt persönlich den fast 4 Meter hohen Buddha wäscht und ihm die Zähne putzt. Ein vermutlich in ganz Asien einmaliges Ereignis. Viele Gläubige warteten bereits auf das Öffnen der Gittertore zum Buddha und nachdem alles vorbereitet war, konnten die Zuschauer die heilige Waschung beobachten.
Goldplättchen kleben

Goldplättchen kleben

Davor und danach wurden diverse Gaben gesegnet. Im Anschluß konnten die Gläubigen ihr vorher gekauften Goldplättchen an die riesige Figur kleben. Wieviel in den Jahrzehnten zusammengekommen ist und auf der Figur klebt, kann niemand sagen.
Kerzen anzünden

Kerzen anzünden

Die offiziellen Angaben schwanken zwischen 3,5 und 12 Tonnen. Da die Pagode eine der heiligsten Stätten in Myanmar ist, sind hier bereits am frühen Morgen viele Gläubige unterwegs und zur normalen Tageszeit treten sich Souvenierverkäufer und Touristen auf die Füße. Für Uli’s Geschmack war selbst am frühen Morgen noch viel zu viel los.

 

 

 

Mönche

Mönche

Zurück im Hotel wurden die Kinder geweckt und fertig gemacht und so früh wie möglich ging es mit dem Auto nach Amarapura zur U-Bein Brücke, der längsten Teakholzbrücke der Welt. Auch hier wimmelt es den Tag über von Touristen und da wir bereits um 7 Uhr morgens da waren, konnten wir in aller Ruhe den 1,2 km langen Spaziergang ans andere Ufer genießen. Um diese Tageszeit waren fast keine Touristen vor Ort und die Einheimischen spazierten über die Brücke. Viele Fotografen waren mit ihren Kunden/Modellen unterwegs. Es war noch angenehm kühl. Die Rückfahrt genossen wir entspannt in einem Ruderboot und ließen anschließend die Szenerie in einem der nahen Cafes auf uns wirken.
Schulmädchen

Schulmädchen

U Bein Brücke

U Bein Brücke

 

 

 

 

 

 

Seidenweberinnen

Seidenweberinnen

Unterwegs nach Inwa besichtigten wir noch eine Weberei, wo Felix interessiert den Weberinnen bei der Arbeit zusah. Er wird seinen Erzieherinnen im Kindergarten bestimmt bald erklären können, wie das richtig geht mit dem Weben. (Die Kinder haben dort einen eigenen Webrahmen, an dem sie mit Baumwollfäden “weben” können.)
Webschiffchen

Webschiffchen

 

 

 

Yadana See Mee Pagode

Yadana See Mee Pagode

Inwa, eine der alten Hauptstädte, ist nur durch eine kurze Fährfahrt zu erreichen. Ein weiteres Highlight für die Kinder. Anschließend ging es mit einer Pferdekutsche weiter zu den Sehenswürdigkeiten der (künstlichen) Insel.
Zuerst sahen wir ein sehr altes Heiligtum, die Yadana See Mee Pagode. Zerfallene Mauerreste und alte, steinerne Buddhas prägen das Bild dieses Tempels, der uns sehr gut gefallen hat.

 

Bagaya Kloster

Bagaya Kloster


Weiter gings zum Bagaya-Kloster, einem fast 200 Jahre alten Holzbau auf dunklem Teakholz. Es dient noch heute als Palischule für Mönche. Hier herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre und man konnte die spirituelle Stimmung sehr deutlich wahrnehmen. Das uralte Holz trug ebenfalls sehr zur Wahrnehmung bei.
Holzschnitzerei

Holzschnitzerei

Schulbank

Schulbank

 

 

 

 

Alter Wachturm

Alter Wachturm

Als letzte Sehenswürdigkeit konnten wir noch einen alten Wachturm anschauen, der als einziges Überbleibsel der alten Bagyidaws Palastanlage zum Teil erhalten geblieben ist. Ein Besteigen war aufgrund der Baufälligkeit leider nicht möglich.
Reis schlagen

Reis schlagen

Das letzte Kloster modernerer Bauart (Maha Aung Mye Bonzan Kloster) schauten wir nicht mehr an, da wir und die Kinder genug hatten. Dafür konnten wir die Einheimischen bei der Weiterverarbeitung von Reis beobachten, was ebenfalls eine interessante Beobachtung war.

 

Auf dem Rückweg besichtigten wir in Mandalay noch die berühmten Goldschläger. Hier werden für ganz Myanmar die hauchdünnen Goldplättchen hergestellt, die dünner als ein Tintenstrich auf einem Blatt Papier sind. Insgesamt wird dafür 6,5 Stunden lang mit einem 3kg schweren Hammer auf das Gold geschlagen. Nach einer Stunde gönnen sich die Goldschläger 15 Minuten Pause. In einem Nebenraum werden die feinen Goldblättchen zwischen hauchdünnem Bambuspapier verpackt und neben anderen Goldwaren verkauft.

Goldschläger

Goldschläger

Traditionelle Wasseruhr

Traditionelle Wasseruhr

Goldplättchen verpacken

Goldplättchen verpacken

Mingun

Luca

Luca

Felix relaxed

Felix relaxed

Mit dem Boot fuhren wir heute ca. 1 Stunde lang den Ayeyarwady hinauf nach Mingun. Um zeitlich nicht an feste Abfahrtszeiten gebunden zu sein, haben wir ein Boot für uns alleine gemietet, so dass wir ausreichend Platz hatten. Die Kinder fanden das Bootfahren mal wieder toll und genossen jede Minute.
Die Mantara Gyi Pagode

Die Mantara Gyi Pagode

In Mingun wurden wir von Souvenierverkäufern, Guides und Ochsenkarrentaxis erwartet, die wir aber nach eindeutigen Aussagen unsererseits schnell loswurden, so dass wir die Gegend erkunden konnten. Zuerst besichtigten wir den größten Ziegelhaufen der Welt, die nicht fertiggestellte und zudem noch durch ein Erdbeben stark beschädigte Mantara Gyi Pagode. Trotz ihrer Unvollkommenheit ist allein die Größe des immerhin 50m hohen vorhandenen Unterbaus beeindruckend. Geplant war eine Höhe von 150m. Damit sollte die Pagode die höchste der Welt werden.
Mingun Glocke

Mingun Glocke

Ebenso gigantisch war ein kleines Stück weiter die Mingun-Glocke, mit einer Höhe von 3,70m und einem Durchmesser von 5m die größte intakte Glocke der Welt. Lediglich die beschädigte Glocke im Moskauer Kreml ist größer. Im Inneren stehend kann man den Klang der Glocke gut genießen, wenn sie angeschlagen wird. Wir testeten das natürlich ausgiebig von beiden Seiten und die Kinder hatten jede Menge Spaß dabei.
Felix in der Glocke

Felix in der Glocke

 

 

 

 

Hsinbyume Pagode

Hsinbyume Pagode

Zuletzt besichtigten wir noch die Hsinbyume Pagode, eine weisse Schönheit am nördlichen Ende von Mingun. Die elegante Bauweise in strahlendem weiß macht sie zu einem beliebtem Fotomotiv, besonders bei strahlend blauem Himmel. Die ungewöhnliche Architektur symbolisiert die Sulamani-Pagode, die im Zentrum der Erde auf dem Gipfel des Berges Meru stehen soll. Die zur Stupa hinaufführenden 7 Terassen vollen die sieben Meere symbolisieren. Von oben hat man einen schönen Ausblick in alle Richtungen.

 

Selbstbedienung

Selbstbedienung

Nach einer angenehmen Pause in einem Cafe am Flußufer fuhren wir mit dem Boot zurück. Die Bootsfahrt selbst ist unspektakulär, da aufgrund einer Begradigung des Flusses die Bewohner der Ufer umgesiedelt wurden. Wer also erwartet, interessantes Flußleben erfahren zu können, wird enttäuscht.
Trotzdem war die Fahrt erholsam und die Kinder konnten zudem auf der Rückfahrt kalte Softdrinks und Erdnüsse genießen bzw. an Papa verfüttern.
Ladegerät

Ladegerät

Königspalast und weitere Pagoden

Siesta

Siesta

Eindawya Pagode

Eindawya Pagode

Heute ist unser letzter Tag in Mandalay und wir besichtigten zunächst die Eindawya-Pagode. Um die goldene Hauptpagode herum sind viele weitere kleine Pagoden und Buddhafiguren unter Schatten spendenden Bäumen gelegen und es herrscht eine angenehme Atmosphäre. Weiterhin soll man hier eine seltene Buddhastatue aus Quarz und Opal sehen können, die 1839 aus Bodhgaya in Indien nach Myanmar gelangt sein soll. Ein schönes Foto der hinter Gittern verschlossenen Statue gelang uns leider nicht.

 

Königspalast

Königspalast

Anschließend haben wir den Königpalast besichtigt, die “Stadt in der Stadt”. Dieser liegt auf einer ca. 4qkm großen Insel inmitten der Stadt und ist umgeben von einer 3m dicken Stadtmauer mit zwölf Wachtürmen. Im Inneren ist Militärgelände, das nicht betreten werden darf und durchquert werden muss, um ins Innere zum eigentlichen Palastgelände zu gelanden. Nach einem großen Feuer sind die Gebäude fast komplett abgebrannt und wurden im Nachhinein rekonstruiert.
Gebäude

Gebäude

Man erhält so einen Eindruck von der Größe des Geländes, das Flair alter Gebäude wollte sich jedoch nicht richtig einstellen. Zudem sind die meisten Gebäude komplett leer und auch schon wieder stark beschädigt. Die Kinder hatten trotzdem ihren Spaß und spielten fangen und verstecken und entdeckten jede Menge “Geheimwege”.

 

Buddha der Kyauktawgi Pagode

Buddha der Kyauktawgi Pagode

Zu guter Letzt schauten wir uns noch die Kyauktawgyi-Pagode in der Nähe des Mandalay Hill an, die einen sehr schönen, aus einem einzigen, riesigen Marmorblock gemeißelte Buddhastatue enthält. Dieser Block wurde der Legende nach von 10000 Männern 60km weit zu seinem jetzigen Standort gebracht und dort behauen. Aktuell soll der 15m hohe Buddha, von dem 3m unter der Erde liegen, noch 500t wiegen. Ebenfalls eine sehr empfehlenswerte Pagode.

 

Uli mit Eis - typisch

Uli mit Eis – typisch

Beim Eisessen

Beim Eisessen

Ganz der Papa

Ganz der Papa

Sagaing

Ausblick vom Hügel von Sagaing

Ausblick vom Hügel von Sagaing

Auf der Weiterfahrt nach Monywa besichtigten wir noch Sagaing, einen weiteren Ort mit vielen Pagoden. Vom Sagaing Hügel hat man eine schöne Aussicht über viele goldene Pagoden und bekommt so einen Eindruck von der Landschaft hier, wo überall Pagoden mit vergoldeter Stupa zu sehen sind. In der Umin Thounzeh Pagode finden sich in einem Halbkreis angeordnet 45 größere Buddhastatuen, die sehr schön anzusehen sind.

 

Buddhas der Umin Thounzeh Pagode

Buddhas der Umin Thounzeh Pagode

Die Besichtigung der Sun U Ponnya Shin Pagode war für uns unspektakulär, so dass wir did Kameras wegen der Fotogebühr im Auto liessen. Touristisch sehr überlaufen sollten wir hier sogar für die Toilettenbenutzung bezahlen. Die Buddhas waren anschaulich, aber abgesehen von der bunten Neonbeleuchtung nicht viel unterschiedlich zu denen anderer Tempel.

Reiseinfos

Zimmer Mandalay

Zimmer Mandalay

  • Hotel:
  • Shwe Taung Tarn Hotel, 14th street bet. 88th & 89th streets, 95275405, rsv@shwetaungtarnhorel.com
  • schönes Zimmer mit 1 Doppelbett und einem Einzelbett, AC, TV, Badewanne, Pool, WLAN (oft kein Internet, nur am Pool/Rezeption, Hacken für Moskitonetze – 80 USD
  • Sonstiges:
  • Sammelticket “Department of Aerchaeology Mandalay” – 10000 Kyat
  • Fotogebühr Mandalay Hill – 1000 Kyat
  • Bootsfahrt U Bein’s Bridge – 5000 Kyat
  • Fähre nach Inwa – 1600 Kyat (für 2 Personen)
  • Kutsche Sightseeing Inwa – 10000 Kyat
  • Bootsfahrt nach Mingun (privat) – 28000 Kyat
  • Eintritt Mingun/Sagaing – 3000 Kyat