Hier muss ich leider ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Informationen ohne Gewähr erfolgen. Es sollte bei Unsicherheiten immer ein Arzt konsultiert werden.

Impfungen

Bei Kindern sollten die empfohlenen Impfungen generell erfolgen. So besteht normalerweise ein ausreichender Impfschutz gegen z.B. Tetanus und Diphterie. Auch Hepatitis B und Pertussis (Keuchhusten) sind aktuell in den Kombinationsimpfstoffen für Kinder bereits enthalten. Ich empfehle zusätzlich die Impfung mit Hepatitis A durchzuführen, sofern dies vom Alter her möglich ist. Grund ist die Aufnahme der Krankheitserreger u.a. über die Nahrung sowie die Krankheitshäufigkeit in Ländern mit einem geringen Hygienestandard. Von Tollwut (Rabies) und Japanischer Encephalitis rate ich ab aufgrund von Nebenwirkungen und Preis. Besser sollte man seine Kinder dazu erziehen, nicht jeden dahergelaufenen Hund zu streicheln und zu verfolgen.

Malaria & Mückenschutz

Schwieriges Thema. Wer Angst davor hat, sollte sich gründlich informieren und ggf. eine Reise in Malariagebiete vermeiden. Am besten ist die Prophylaxe mit heller, langer Kleidung v.a. in der Dämmerung und das Schlafen unter einem Moskitonetz sowie effektive Mückenschutzmittel (DEET!). Diese sind z.T. allerdings sehr aggressiv gegenüber Haut/Schleimhäuten.

Hilfreich kann u.U. die Homöopathie sein. 2013 haben wir erstmalig Ledum d200 ausprobiert (Kinder nehmen 3 Kügelchen/Woche, Erwachsene 8/Woche). Es soll den Geruch des Menschen verändern, so dass die Mücken kein Interesse mehr am Stechen haben sowie die Schwellung nach Stich deutlich vermindern. Bei Iris und Felix (die immer viel gestochen wurden mit stark geschwollenen Mückenstichen) konnten wir eine deutliche Besserung bemerken. Bei Luca und Uli veränderte sich nichts (wir wurden auch vor Einnahme seltener als Blutspender missbraucht).

Medikamentös ist eine Malariaprophylaxe ab dem 6. Lebensmonat möglich. Aufgrund der häufigen und starken Nebenwirkungen dieser Medikamente rate ich hiervon jedoch ab.

Alternativ bietet sich je nach Resistenzlage häufig die Prophylaxe mit Doxycyklin an. Dies ist ein Antibiotikum, was keine Zulassung zur Malariaprophylaxe hat, jedoch als solche verwendet werden kann. Ob ein Arzt dies hier in Deutschland verordnet oder man der Apotheke vor Ort vertraut, muss jeder selbst entscheiden.

Ich selbst verwende keine Malariaprophylaxe.

Reiseapotheke

Die Reiseapotheke ist vom Alter des Kindes abhängig sowie vom bereisten Land. Generell gilt, man sollte wissen, wofür welches Medikament in welcher Dosierung verwendet wird. In vielen Ländern sind Medikamente wie Antibiotika frei erhältlich. Die Beratung erfolgt ggf. in der Apotheke/Drogerie. Qualität von Beratung und Medikament sind allerdings länderspezifisch unterschiedlich.

 Ich empfehle, die bekannten und zu Hause verwendeten Medikamente in der richtigen Dosierung mitzunehmen, also z.B. Vomex (Übelkeit, aber auch Reisekrankheit) und Paracetamolzäpfchen (Fieber, Schmerzen), Perenterol Junior (Durchfall), Babix oder Olynt (Schnupfen). Schwieriger wird es bei Prospan- oder Nurofensaft aufgrund der relativ sperrigen und zerbrechlichen Flaschen. Bei guter Erfahrung sind auch Globuli einfach mitzunehmen. Ein Breitbandantibiotikum ist bei mir immer im Reisegepäck ebenso wie antibiotikahaltige Augentropfen. Bei Sonne, Wind und Klimaanlage kann man leicht eine Bindehautentzündung bekommen. Weiterhin habe ich für Kinder Elektrolytpulver zur Substitution z.B. bei Durchfall dabei.

Grundlegende Verbandssachen und Desinfektionsmittel gehören sowieso in jede Reiseapotheke.

Versicherung

Meiner Ansicht nach unentbehrlich ist eine gute Reisekrankenversicherung. Bei Reisen außerhalb Europas besteht sonst normalerweise kein Versicherungsschutz. Ich habe mich hier für einen Tarif der Hanse Merkur entschieden, da dieser nicht nur den medizinisch notwendigen sondern auch den medizinisch sinnvollen Rücktransport beinhaltet. Bei Säuglingen und Babys ist meiner Ansicht nach ein Rücktransport in Heimatnähe aus einem Land der dritten Welt immer sinnvoll. Ich kann zum Glück noch nicht aus eigener Erfahrung über die Bereitschaft der Kostenübernahme durch die Versicherung berichten.

Ärzte

Ich habe mich vor meinen Reisen über das auswaertige Amt und den Service meiner gesetzlichen Krankenversicherung nach Kinderärzten vor Ort erkundigt und war sehr überrascht, dass es in Bangkok ca. 10 deutschsprachige Kinderärzte gibt. In Vietnam konnte ich dagegen keinen einzigen ausfindig machen. In den Städten Hanoi und Saigon sollte es jedoch eine adäquate Versorgung von kleineren Kindern geben (wieder kann ich nicht aus eigener Erfahrung berichten). Jeder muss damit rechnen, bei Inanspruchnahme von ärztlichen Leistungen im Ausland die Kosten erst einmal vorstrecken zu müssen. Genügend finanziellen Spielraum sollte man also einplanen.

Von einem gut funktionierenden Rettungsdienst mit Notarzt vor Ort sollte bei Reisen ausserhalb Europas nicht ausgegangen werden. Hier sollte man sich vor Reiseantritt informieren und im Notfall am Besten die Hilfe der Einheimischen in Anspruch nehmen. Sie kennen häufig die beste Privatklinik und den schnellsten Weg dorthin und organisieren meist im Handumdrehen einen Transport.